Einen großen Teil unseres Lebens machen wir uns wenige Gedanken darüber, wie wir wirken. Alles läuft, wie es laufen soll. Das ist auch gut so. Doch manchmal geschieht etwas, was uns verunsichert.
Wir fühlen uns verunsichert, geraten vielleicht aus der Balance. Wir verlieren den Boden unter unseren Füßen oder etwas Vertrautes fühlt sich nicht mehr richtig an. Vielen Menschen fällt es gerade dann schwer, ihre Gefühle präzise in Worte zu fassen. Wer keine treffenden Worte für das findet, was ihn bewegt, kann sich nur schwer verständlich machen. Häufig fehlt dann auch die eigene innere Klarheit.
Menschen, die ich begleite, kommen häufig mit Anliegen zu mir, die etwas mit der Bewältigung von Übergängen (Transitionen) zu tun haben. Oft ist ihnen gar nicht bewusst, dass sie sich in einer solchen Übergangszeit befinden.
Übergänge ergeben sich aus Lebensereignissen oder Gefühlen der Unsicherheit, die nach einer Anpassung, Neuausrichtung oder auch Neubewertung des eigenen Lebens rufen.
Zeiten des Übergangs tragen stets einen Unsicherheitsfaktor in sich, und Unsicherheiten erzeugen Stress. Dieser Stress resultiert daraus, dass Vertrautes verabschiedet, Ungewohntes ausprobiert oder gewagt werden soll, eine Entscheidung getroffen werden soll. Unsicherheiten wahrzunehmen, sie zu akzeptieren und sie wie ein fremdes Wesen von allen Seiten zu betrachten, zu befühlen und ihnen einen Platz zu geben, fällt vielen Menschen nicht leicht.
Auch das Warten auf einen Therapieplatz ist ein Übergang. Ich begleite Sie in dieser Zeit so lange, bis Sie Ihre Therapie beginnen können.
Inge Michels
Einblicke in den Praxisraum